Schullandheim

Die 4. Klassen erlebten besondere Tage im Schullandheim ...

  

Schullandheim Otterfing 2024 in Marquartstein am Chiemsee

Nachdem manche von uns aus lauter Vorfreude die Koffer schon eine Woche im Voraus gepackt hatten, ging es dann endlich am letzten Mittwochmorgen, den 19.6., bei Sonnenschein los in Richtung Traunstein.

Wir fuhren in einem tollen Bus mit der Aufschrift „Kindercamp Sonnenhof“, dessen Anblick unsere Aufregung gleich noch mehr steigen ließ.

Frau Lotz, Frau Lex und auch unsere (ehemaligen) Praktikantinnen Vanessa, Daria und Aylina waren ebenso mit uns an Bord, was uns besonders freute.

An der Ecke zur Münchner Straße winkten wir unseren Eltern noch ein letztes Mal tapfer zu, wobei nicht so ganz klar war, wer denn eigentlich jetzt tapfer sein musste…

Nach einer circa einstündigen Fahrt kamen wir endlich am Schullandheim an und testeten gleich den Spielplatz vor dem Haus aus. Nach einer Brotzeit brachen wir auf zu einer 3,3 km langen Wanderung in den Märchenpark Marquartstein. Wir haben ganz schön geschwitzt. Bei der Umgehung einer Straßenbaustelle führte uns ein kurzes Stück durch den kühlen Wald. Dort lauerten aber leider ziemlich hungrige Mücken, so dass wir froh waren, bald wieder am staubigen Straßenrand unterwegs zu sein.

 

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Im Märchenwald angekommen durften wir kurz darauf selbständig in Dreier- und Vierergruppen loslaufen, freuten uns über die witzige Schneckenbahn, einen wild gewordenen Esel beim Rodeo-Riding, eine kleine Sommerrodelbahn, eine schwindelerregende Schaukel und viele andere kleine Vergnügungsgeschäfte. Die Stunden dort verflogen im Nu. Auch den Wasserspielplatz und das kleine Bächlein zum Wassertreten nutzten wir zur Erfrischung und Abkühlung an diesem heißen Tag gerne aus. Manche entdeckten weiter oben im Wald noch Dammhirsche, Wollschweine und einen abgelegeneren, geheimen Spielplatz mit einer langen Röhrenrutsche. Die Ziegen, vor allem die Kleinen mit der Babyziege Konrad, hatten es uns besonders angetan. So mussten diese noch ein letztes Mal getränkt und gefüttert werden, bevor wir unseren Rückweg zum Schullandheim antreten konnten.

 

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Auch dort ging es erst mal turbulent weiter. Die Zimmer und Betten mussten bezogen werden. Viele von uns wollten erst einmal unbedingt unter die kalte Dusche springen. Doch bald wurden wir zum Abendessen gerufen. Es gab

Backerbsensuppe und Spaghetti Napoli mit Salat. Als Nachspeise durften wir ein Eis essen. Nachdem im Anschluss ans Abendessen unter einigem Aufwand extra für unsere Fußballfans ausnahmsweise eine Leinwand im Gruppenraum für die EM Deutschland gegen Ungarn zum Fußballschauen aufgebaut wurde, staunten unsere Betreuerinnen nicht schlecht. Denn nicht einmal eine handvoll Otterfinger Kinder verfolgten das Spiel am Bildschirm dauerhaft. Wir waren endlich zusammen im Urlaub und machten währenddessen draußen auf dem Rasen unser eigenes Spiel. Schossen unsere eigenen Tore. Genossen das schöne Wetter und das unbeschwerte Zusammensein mit unseren Klassenkameraden. Den schier endlos langen, lauen und schönen Sommerabend nach dem bisher recht verregneten Sommer. Wir erkundeten uns nur zwischendrin nach dem Spielstand und hakten das Ergebnis 2:0 für Deutschland zufrieden im Gedächtnis ab. Bis es dunkel wurde.

 Um 21.30 Uhr setzten wir uns noch ein letztes Mal alle zusammen, bevor wir uns auf den Zimmern bettfertig machen sollten. Natürlich war vielen von uns trotz des langen Tages alles andere als zum Schlafen zumute und so hatten unsere Betreuer noch einige Zeit lang ihre liebe Not mit uns, bevor wir dann doch endlich alle eingeschlafen waren.

Morgens checkten wir dann erst einmal die Lage in den Nebenzimmern und besuchten uns gegenseitig. Wir hatten eine Zimmerolympiade am Laufen. Die „besten“ Zimmer in den vier Kategorien „Teamzusammenhalt“, „Nachtruhe“, „Zuverlässigkeit“ und „Sauberkeit“ sollten am Ende einen Preis erhalten. Viele von uns übernahmen auch gern freiwillig „den Tischdienst“. Nach dem Frühstück packten wir uns noch ausreichend Essen für den Tag ein. Es blieb für uns erst einmal ausreichend Zeit zum Fußball- Tischtennis- Gesellschaftsspiele spielen. Einige musizierten sogar auf dem Klavier für uns, bevor wir uns fertig machten für unseren nächsten Ausflug zum Schloss Herrenchiemsee.

Wir waren aufgeregt, als wir das Schiff „Berta“ am Anlegesteg 7 bestiegen. Hoffentlich ruckelt und schaukelt es nicht zu arg! Als dann endlich der Motor lief und wir in See stachen, wurden auch für die letzten Zweifler die Bedenken im wahrsten Sinne des Wortes schnell über Bord geworfen. Wir genossen die mückenfreie Zone und die laue Brise am „bayerischen Meer“ und schipperten der Herreninsel viel zu schnell entgegen. Nach einem kurzen Fußmarsch bewunderten wir den Schlosspark mit den vielen Blumen und den Springbrunnen, bevor wir uns zur Führung anstellten. Wir staunten über die prunkvollen Innenräume, die nur so funkelten und konnten gar nicht verstehen, dass höchstens 5 Kilo Blattgold im Schloss „verbaut“ worden sein sollten. Wir lernten über König Ludwigs II. Verehrung zum Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich. Besonders beeindruckte uns das „Tischlein deck dich“, ein Tisch, den der König aus dem Speisezimmer in die Küche hinabgleiten ließ. Von den Bediensteten in der Küche wurde der Tisch so schnell als möglich mit den köstlichsten Speisen gedeckt, bevor er wieder nach oben gezogen wurde. Schade nur, dass Ludwig II. nur wenige Tage das Schloss Herrenchiemsee bewohnte, bevor er im Juni 1886 mit nur 40 Jahren am Starnberger See unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. So wurde das Schloss nie ganz fertig gebaut.

Im Anschluss kauften sich manche von uns ein kleines Andenken im Souvenirshop. Wir waren froh, als wir wieder auf dem Schiff waren, da auch jetzt wieder die Mücken Jagd auf uns machten.

 

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 Zum Abendessen gab es Nudelsuppe, Putengeschnetzeltes mit Reis und Melone als Nachtisch. Wir spielten ein ukrainisches Kreisspiel und Wahrheit oder Pflicht auf der Wiese und natürlich Fußball. Ab 20.00 Uhr bastelten Sami und Andreas so lange an der alten Anlage, bis auch endlich die Musik zu unserer „Kinderdisco“ etwas lauter gedreht werden konnte. Aylina stellte mit ihrem Handy unsere Lieblingslieder ein und wir schwitzten wieder ganz schön beim Tanzen.

Einige von uns hatten in der Zwischenzeit ein altes, kleines Häuschen auf dem Grundstück erkundet. Das wirkte auf viele mysteriös und seltsam. Schnell machten einige Erzählungen und Hirngespinste die Runde, bis dann manche Kinder tatsächlich Geister am Fenster sahen. Selbst nachdem wir unter Aufsicht das Haus noch zweimal betraten, beruhigten sich manche nur sehr schwer, dass da nichts in dem Schuppen war außer einem Schlafsack und alten Fahrrädern... Selbst unsere Gruselnachtwanderung bei Vollmond mit Frau Lex wirkte auf viele gegen die Erzählungen über „das Haus“ regelrecht harmlos.

Auch am 2. Abend gaben Vanessa, Daria und Aylina wieder ihr Bestes, um die „schlechten Einschläfer“ unter uns zu beruhigen. So wurde getröstet, zugehört, Geschichten vorgelesen sowie – wenn gar nichts anderes half- vertraute Hörspiele oder Beruhigungsmelodien über das Handy abgespielt.

 

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Schon war der Abreisetag gekommen. Gerade jetzt hatten wir uns gut eingelebt und endlich auch den Gruselfaktor der Reise besiegt. Aber nun standen wir mit unseren Koffern schon wieder am Bus. Während viele sicher gern noch 1-2 Tage drangehängt hätten, wurde es für andere von uns wiederum nun höchste Zeit, wieder geregelt in den Schlaf zu finden.

Dann besuchten wir zum Abschluss noch das Mammutmuseum in Siegsdorf. Hier hatten in den 80er Jahren zwei 16-jährige Jungen im Wald Mammutknochen gefunden und gruben zehn Jahre lang heimlich, bevor sie ihren Fund meldeten. Aus diesen Knochen wurde ein ganzes Mammutskelett und noch viele weitere danach freigelegt. Sie geben uns heute Auskunft über die letzte Eiszeit in unserer Gegend. Wir erfuhren noch eine Menge über Höhlenlöwen und andere Tiere dieser Zeit. Bei einem Steinzeitworkshop machte unsere Führerin für uns Feuer und wir durften uns Schmuck und Werkzeuge aus Naturmaterialien basteln.

 

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Mit vielen schönen Erinnerungen und neuen Erfahrungen im Gepäck bog der Bus dann am Freitagmittag schlussendlich wieder nach Hause in die Schulstraße ein. Nun sind wir alle wieder ein Stück erwachsener und selbstständiger geworden.

Auch wenn unsere Zeit an der Otterfinger Grundschule sich nun bald dem Ende zuneigt - die Erinnerung an diese gemeinsame Zeit im Schullandheim bleibt.

Linda Lex, Ina Lotz, Aylina Lex